Wir erreichten St. Peter Ording nach knappen fünf Stunden Fahrt, bezogen unser Hotel und machten uns gleich daran den Ort zu erkunden. Unser Weg führte uns nach St. Peter Bad auf die Seebrücke, wo wir uns ordentlich vom friesisch herben, ungebremsten Wind durchpusten ließen. Dadurch, dass die Landschaft im Umkreis vieler Kilometer einfach nur platt und vielleicht einen Meter über dem Meeresspiegel ist, bekommt man die volle Kraft des Windes zu spüren. Die Landschaft ist traumhaft und wirkt unweigerlich wie ein einziger großer Jever Werbespot.
Nach dem reichhaltigen Frühstück am nächsten Morgen fuhren wir nach Westerhever um uns den berühmten Leuchtturm anzugucken. Am Parkplatz wurden wir mit einem rauen, aber herzlichen “moin moin” begrüßt und machten uns auf den Weg. Ständiger Begleiter war selbstverständlich die inzwischen vertraut gewordene steife Brise. Auch der Leuchtturm sah wieder aus wie gemalt und ist wie wir später erfuhren tatsächlich Star vieler Werbespots.
Nach der Leuchtturmbesichtigung ging’s ab nach Büsum, einen weiteren, wenn auch viel kleineren Leuchtturm angucken und die “Vorher”-Fotos für den Ebbe-Flut-Vergleich machen. Büsum ist auch ein sehr schöner kleiner Kurort und wir flanierten ein wenig durch die Ladenstraße, kauften uns Gummistiefel die später noch zum Einsatz kommen sollten und hatten leckeres Fischfilet mit Bratkartoffeln zum Mittag. Nach ein paar Stunden Aufenthalt ging’s dann aber schon weiter nach Friedrichskoog zur Seehundaufzuchtsstation. 17.30Uhr war Fütterung und die durften wir natürlich nicht verpassen. Nach dem Robbenausflug fuhren wir zurück nach Büsum für unser eigentliches Nordseehighlight. Das Wattwandern.
Ich konnte es mit nicht vorstellen (aber man kann es auf den Fotos gut sehen), 14 Uhr peitschen meterhohe Wellen ans Ufer und 19Uhr ist da einfach nichts mehr. Hier konnten unsere kürzlich erworbenen Gummistiefel ihre ganze Stärke ausspielen und unsere Füße vor Schlamm und Wattwürmern schützen, während wir uns auf die Suche nach dem Wasser begaben.
Leider sind Kurzurlaube sehr häufig die die Kürze ihrer Dauer charakterisiert und so ging’s tags auch schon wieder nach Hause. Schön war’s trotzdem und ich hab mich sehr wohl gefühlt am Norden der Welt.
Trotzdem ich nun schon seit zwei Wochen wieder in Mannheim bin, habe ich immer noch nicht das Gefühl “angekommen” zu sein. Aber wie auch, meine Uni-Woche hat nur noch 3 ½ Tage und ist damit nur unwesentlich länger als das Wochenende. Nicht dass ich mich beschweren würde, aber irgendwie ist es schon merkwürdig. Aber im Moment laufen in den meisten Vorlesungen ja auch noch Einführungsveranstaltungen und ich denke mal ab nächster Woche geht es dann wieder richtig mit Stoff los. Denn die Zeit ist knapp, dieses Semester hat gerade einmal zwölf Wochen und Mitte November sitze ich schon wieder in Bonn (und schreibe an meiner Bachelorarbeit !!!).
Ich sitze gerade im Zug auf dem Weg nach Berlin und von da aus morgen mit dem Auto weiter nach St. Peter Ording. Da Tina und ich nun solange gegenseitig aufeinander verzichten mussten, machen wir drei Tage Urlaub an der Nordsee. Meine liebste hat sich Leuchttürme und Wattwandern gewünscht und nach anfänglicher Skepsis bin inzwischen auch ich von dem Gedanken angetan. Wilde Studentenpartys werden wir in St. Peter Ording zwar nicht finden, aber wir suchen ja auch eher Entspannung und Zweisamkeit.
Apropos Studentenparty, Dienstagabend lud die Studentenvertretung der Uni Mannheim zum Kneipenbummel anlässlich der Begrüßung der neuen Erstsemester. Als ich 20.00Uhr mit Jan, Erstsemester Anglistik/Amerikanistik und mein neuer Wohnheimsnachbar, am Schloss Mannheim ankam dort schon so viele Studis versammelt, dass wir in Gruppen eingeteilt werden mussten. Fabian, Jan und Ich zogen mit unserer Gruppe 16 von “Vienna” ins “Meiers” und dann zur Afterparty in den “Koi Club”. Der Abend war für Jan ein gelungener Auftakt ins Studentenleben und für Fabian und mich ‘ne ziemlich gute Party an für uns neuen Locations und mit jeder Menge nette Leuten.
Die Vorlesung am Mittwoch ging zum Glück nur bis um zwölf was einen entspannten Nachmittag verhieß. Leider weit gefehlt. In einem unachtsamen Moment stieß ich eine Flasche Wasser die auf meinem Schreibtisch stand um woraufhin sich ihr Inhalt über meine Laptoptastatur ergoss. Da die Flaschen der von mir präferierten Marke sehr weite Öffnungen haben, half auch meine schnelle Reaktion nicht. Es machte kurz “brzzzzmm” und dann war alles aus. Als ich den Laptop hochhob lief unten schon Wasser raus und mir dämmerte, dass hier gerade etwas ziemlich teureres ziemlich kaputt gegangen war. Zum Glück habe ich den Laptop beim Kauf auch gegen eigene Dummheit und Flüssigkeitsschäden versichern lassen und konnte wenige Telefonminuten später an meinem anderen Laptop anfangen einen Schadensbericht zu schreiben. Inzwischen hab ich alles an die Versicherung und den Laptop zu einem Gutachter geschickt. In ca. zehn Werktagen weiß ich dann ob es sich lohnt ihn zu reparieren oder ob ich einen neuen kriege. Shit happens.