Archive for April, 2008

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Heute habe ich, im wahrsten Sinne des Wortes, ein gebrochenes Herz wieder geklebt und werde ab jetzt sehr gut darauf aufpassen es nicht noch einmal zu verletzen.

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Meine KLR Klausur ist ganz gut gelaufen, obwohl ich sie, angesichts unseres Dozenten, einfacher erwartet hätte. Aber ich war gut vorbereitet und warte nun auf das Ergebnis. Übermorgen folgt noch Materialwirtschaft und dann war es das für diese Woche mit Klausuren.

Als ich heute Nachmittag von meiner völlig überflüssigen Fahrt zu einer geschlossenen Arztpraxis, in der ein nicht anwesender Arzt meine Nase nochmal checken wollte, zurück kam, entdeckte ich, dass sich Kinderstreiche ganz offensichtlich weiterentwickelt haben.

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Irgendwo läuft hier in Mannheim jetzt jedenfalls ein kleiner Junge ohne Schuhe rum. Und mir tut er leid.

Zum Abendbrot gab es heute mal etwas ausgefallenes. Ich hatte noch eine Avocado hier, aus der ich eigentlich Guacamole machen wollte. Aber ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht so richtig wie und jetzt erst ein Rezept rauszusuchen erschien mir dann doch zu aufwendig. Allerdings verstehe ich mittlerweile ziemlich viel von der hohen Kunst der Klopszubereitung. Was aus der Avocado wurde könnt ihr euch also denken.

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Erschreckend ist, dass ich dieses Monstrum von einem Avocadoklops doch tatsächlich komplett aufgegessen habe. Naja, so kann ich mir morgen das Frühstück sparen :o )

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Eine spannende Entwicklung gibt es noch direkt vor meiner Haustür. Zwischen meinem Studentenwohnheim und der Straße entsteht nämlich bis nächstes Jahr ein riesiges Bürogebäude. Die Bäume sind alle schon weg und jeden Tag rücken neue Bagger und Bohrer an. Ich kann von Glück reden, dass ich auf der, der Baustelle abgewandten, Seite wohne. Freunde von mir, deren Balkon direkt auf die Baustelle guckt, sind schon dabei sich nach neuen Wohnungen umzusehen. Aber ich krieg hier von all dem Trubel nichts mit. Dafür hab ich auf meiner Seite Nachmittags aber auch leider keine Sonne mehr. Alles Gute ist halt nie beisammen.

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Eric on April 30th 2008 in Allgemein

joggen und bloggen

… stand für heute auf meiner to do Liste und natürlich lernen für die Kosten-Leistungs-Rechnung Klausur morgen. Meine selbst auferlegte Mission für heute lautete ja joggender Weise den Flughafen einmal komplett zu umrunden. Leider scheiterte dieses Unterfangen. Nicht an mir, ich hätte es geschafft, aber an der blöden Autobahn. Wenn man nämlich einmal halb rum ist um den Flughafen hört einfach der Weg auf und man müsste eine Autobahn überqueren um auf der anderen Seite weiter zu laufen. Voll doof, bei google maps sah es aus als ob es gehen würde, aber leider hab ich keinen Weg gefunden, also bin ich halt wieder zurückgelaufen, quasi zwei mal halb um den Flughafen, macht also auch einmal ganz rum. Ich werd die Tage wohl noch mal versuchen ob ich von der anderen Seite aus einen Weg finde, kann es ja nicht sein, dass ich neben einem Flughafen wohne und man den nicht einmal umlaufen kann… Aber jedes mal wenn ich da lang laufe überlege ich mir, dass ich irgendwann mal einen Flugschein machen muss. Es ist echt jedes mal wieder beeindruckend wenn die Dinger starten und landen. Große, kleine, mit Propellern, mit Turbinen aber auch Segelflieger oder Hubschrauber. Ich sehe das ja nun jeden Tag und das schon über Monate, aber es ist immer noch irgendwie cool. Vielleicht hätte ich ja lieber Pilot werden sollen…?

Gestern Abend musste ich einfach mal raus aus meinen 25m². Montag, Mittwoch und Freitag Klausur und das über drei Wochen macht einen ganz kirre. Und dazwischen hocke ich hier einsam und alleine in meinem Zimmer und starre auf ein paar Zetel in meinem Ordner. Schrecklich. Man kommt grad von einer Klausur nach Hause und schon muss man sich hinsetzen und für die nächste lernen. Jedenfalls brauchte ich mal frische Luft und etwas anderes als meinen Schreibtisch und meinen Laptop, also waren wir zur Sneak Preview im Cinemaxx und es kam “Blind Wedding”. Sau lustiger Film, kann ich wieder mal nur empfehlen und für den Eintrittspreis von gerade mal 3,70€ gabs ziemlich viel zu lachen. Der Trailer ist zwar irgendwie nicht mal annährend so komisch wie der Film, aber wem “Blind Wedding” noch gar nix sagt, der bekommt hier wenigstens schon mal einen Einblick:

Viel mehr hab ich im Moment leider auch nicht zu erzählen, passiert ja nix hier. Ganz besonders hart trifft mich, dass ich zum Herrentag dies Jahr nicht zu Hause in Rostock sein kann. Ich schreibe leider am 02.05. Materialwirtschaft und mal ganz abgesehen von den 800km die mich vom Meli und dem LT trennen, würde ich mir die Klausur einen Tag nach Herrentag nicht unbedingt zutrauen. Aber ich werd an euch denken und wünsch euch allen viel Spaß bei Brüste gucken im LT! Und anlässlich des Jahrestages, hab ich auch noch ‘n paar Fotos vom letzten Jahr für euch. Würd mich freuen wenn ihr mir von diesem Jahr auch ein paar zukommen lasst.

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eric

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Eric on April 29th 2008 in Allgemein

highfield

Hab heute meine zweite Klausur geschrieben. Recht. War gut vorbereitet und ist auch ganz gut gelaufen. Auf alle Fälle bestanden und das ist ja im Moment das wichtigste. Montag war schon Englisch und auch die ist äußerst anständig gelaufen. Jetzt hab ich morgen den ganzen Tag Zeit mich auf Softwareentwicklung am Freitag vorzubereiten. Das wird nochmal ein hartes Stück Arbeit. Aber ich geb mein bestes.

Heute Nachmittag musste ich das geile Wetter einfach zum joggen nutzen. Neulich bin ich einmal am Flughafen langgelaufen, weil an “meiner” Runde gerade die Straße ausgebessert wurde. Wäre doch nicht nötig gewesen, dafür, dass ich da nur zweimal die Woche lang lauf, aber ich werd mich nicht beschweren :o ) Jedenfalls wollte ich heute bei dem schönen Wetter wieder am Flughafen langlaufen, aber wenn ich die Runden lauf, kann ich halt besser einschätzen wie weit ich laufe. Also hab ich mich für die Runden entschieden und ich mein normales Pensum heute mal um knapp eineinhalb Kilometer gesteigert. Sehr gut.

Eben gerade hat sich ein weiteres Teil im Puzzel meiner Sommerplanung eingefügt. Es geht zum Highfiled !

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Das wird super geil, das Line Up ist der Wahnsinn. Ich schaffe es endlich doch noch die Ärzte zu sehen. Ich hatte schon Angst das klappt nicht mehr bevor die irgendwann zu alt werden. Außerdem kommen die Killers, die Sportis, Bloc Party, die Beatsteaks, Kettcar und und und. Außerdem seh ich da denn inzwischen schon zum vierten mal dieses Jahr Madsen. Madsen sind auf jeden Fall die Festivalhuren dieses Sommers! Die spielen ja wirklich überall. Aber egal, umso besser für mich.

Jetzt noch ein bisschen Schlaf, morgen jede Menge lernen und Freitag dann Klausur. So siehts aus. Jetzt wisst ihr bescheid.

eric

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Eric on April 23rd 2008 in Allgemein

unvernunft ist trumpf

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Trotz frisch operierter Nase, bei Madsen erste Reihe mitte. Frei nach dem Motto “mittendrin statt nur dabei”, denn immer nur Uni macht halt auch nicht glücklich! Nachdem wir zwei Bahnen verpasst hatten und eine dreiviertel Stunde planlos durch Heidelberg geirrt waren, kamen Benni und ich gegen 22 Uhr in der Halle02 in Heidelberg an. Die Vorband hatten wir natürlich längst verpasst, aber irgendwie ist es auch mal cool erst pünktlich zum Konzertbeginn anzukommen. Keine Schlage draußen, keine Schlage an der Garderobe und in der Halle stinkt es schon nach Bier und Schweiß, herrlich.

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Das Konzert war richtig geil, die Jungs haben sich ordentlich reingehängt und fast zwei Stunden lang gespielt. Neben vielen neuen Stücken gab es natürlich auch ältere Sachen wie “Die Perfektion”, “Du schreibst Geschichte” oder “Goodbye Logik”. Bei ihrem neuen Lied “Nitro” gab es sogar einen kleinen pyrotechnischen Effekt *gg*. Zwischendurch immer ein wenig “magic” und als Zugabe die aktuelle Single “Nachtbaden” und, wie gewohnt, “Mein Therapeut und ich”. Trotz, aus vielerlei Gründen, eher depressiver Grundstimmung, sowohl bei Benni, als auch bei mir, hat der Abend echt gerockt und uns Kraft gegeben für den anstehenden dreiwöchigen Klausurmarathon. Das aktuelle Madsen-Tourmotto “Ich weigere mich” habe ich für mich persönlich in der Form umgesetzt, dass ich mich geweigert habe mir für 17€ ein Bandshirt zu kaufen :o )

Ein schönes Restwochenende und einen angenehmen Start in die Woche.

eric

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Eric on April 20th 2008 in Allgemein

Krankenhaus

Wie ihr euch sicherlich schon fast gedacht habt, gab es im Krankenhaus natürlich doch kein Internet. Warum hätte man mir auch ein bisschen Spaß gönnen sollen?! Dadurch musste meine „Live-Übertragung“ leider ausfallen, was, im Nachhinnein betrachtet, aber vielleicht gar nicht so schlecht war. Teilweise ging es mir echt dreckig und da hätte ich wahrscheinlich nur unnötig Angst und Sorgen verbreitet. Inzwischen bin ich so gut wie schmerzfrei und auch schon wieder fast so hübsch wie vor*her. Dennoch möchte ich euch meine Gedanken während meines Krankenhausaufenthalts natürlich nicht vorenthalten. Meinen Anblick auch nicht.

Tag 1

Es ist jetzt kurz nach 18 Uhr Montag Abend. Ich habe die OP gut überstanden und es gibt keinen Grund mehr sich Sorgen zu machen. Leider gibt es hier doch nicht wie versprochen einen Internetanschluss, daher weiß ich auch nicht wann euch diese Zeilen erreichen. Mit ein bisschen Pech erst Donnerstag Abend, wenn ich wieder zu Hause bin, aber dafür gibt es denn meine komplette Krankenhausgeschichte am Stück zu lesen.

Los ging es heute früh erstmal mit einem schönen Zäpchen. Da hat ich irgendwie schon gar keinen Bock mehr. Es geht doch um meine Nas*e, warum muss mir dafür denn was in den Po gesteckt werden? Wahrscheinlich hätte es stattdessen auch ‘ne Tablette gegeben, aber das ist bestimmt so ‘n Krankenschwesternding und die machen sich da ‘nen Spaß draus. Aber ich habs ja überstanden.

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Von der eigentlichen OP hab ich ja gar nichts weiter mitbekommen und als ich wieder aufgewacht bin, lag ich, in jedem Nas*enloch ein Tam*pon, in meinem Bett. Seit dem lieg ich hier unverändert und setzte mich mit meinen Schmerzen auseinander. Meine Nas*e sieht durch die T*am*pon*agen aus wie so eine platte Bo*ern*se und ist mindestens doppelt so groß wie normal. Aber eigentlich geht es mir relativ gut. Mein Zimmergenosse hatte die geleiche OP und dem geht es hundeelend. Dafür wird er aber auch die ganze Zeit besucht, seine Mutter und Freundin waren von früh um acht an den ganzen Tag da, teilweise auch Vater und Opa. Und ich lieg hier halt so rum und hoffe das möglichst schnell Donnerstag ist und ich wieder raus darf. Das Essen hier ist ein wenig dürftig. Hab den ganezn Tag nix gekriegt, aber das lag wahrscheinlich noch an der Narkose, aber auch das Abendbrot bestand nur aus zwei Scheiben Brot mit Wurst und einem kleinen Gries hinterher. Hab mir noch ‘ne Stulle nachgeordert, die gabs denn aber ohne Wurst… Hoffenlich wird das morgen mehr.

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Tag 2

Es ist jetzt etwa 5 Uhr morgens. Seit dem meine kombinierte Schmerz-und-Schlaf-Tablette etwa gegen zwei aufgehört hat zu wirken, hab ich keine Auge mehr zu getan. Ich habe den dringenden Verdacht, dass die Schmerzen eher schlimmer werden als besser. Mein ganzer Kopf fühlt sich an als würde er zerplatzen und meine Nas*e fühlt sich nicht nur in konzentriertem Maße genauso, sonder macht auch optisch den Eindruck als könnte sie dem Druck der T*am*ponagen nicht mehr all zu lange stand halten. Ebend habe ich festgestellt, dass es sich bei dem vermeintlichen Nas*ensekret, welches in an meiner T*am-ponage vorbeifließen fühlen konnte, natürlich um Blut handelt. Hab mich also erstmal ein bisschen geputzt hier im Bad, damit ich, wenn die Schwester mir das Frühstück bringen will nicht aussehe als hätte ich heute früh schon ein Reh gerissen.

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In Anbetracht der Tatsache, dass hier zwei erwachsene Männer liegen und die ganze Nacht jammern, dass man meinen könnte, es handele sich hier um das Sterbezimmer, kann ich jedem, bei dem dieser Eingriff nicht absolut erforderlich ist nur davon abraten. In diesem Sinne versuch ich jetzt noch eine Stunde zu schlafen und hoffe denn, dass ich mein Frühstücksbrötchen beim örtlichen Krankenhausdealer gegen ein paar Schmerztabletten eingetauscht kriege.

Inzwischen ist es halb zehn, ich habe nach gefühlten drei Wochen endlich den OP Kittel aus- und mir mal wieder ein T-Shirt und eine Hose angezogen. Hab grad mit Kerem, meinem Zimmer- und Leidensgenossen, eine kleine Runde durch das Krankenhaus gedreht, immer auf der Suche nach einer Internetbuchse, aber es sind alle Buchsen tot. Es ist nicht zum aushalten. Aber naja, dadurch hab ich Zeit mich auszuruhen. Dank den Schmerztabletten zum Frühstück geht es mir auch halbwegs, so dass ich es vielleicht doch gleich noch schaffe ein wenig in meine Uni Sachen zu gucken. Danke für all die lieben Genesungswünsche und bis später.

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Es ist jetzt 17Uhr und gerade wurde das Abendbrot serviert. Ich habe fast den ganzen Nachmittag geschlafen, weil meine Augen durch den Druck der Tam*pon*age weh tun und mir das Fernsehen gucken dadurch vermiesen. Olli Geissen hab ich natürlich trotzdem geguckt. Auch unter Schmerzen. Die letzte halbe Stunde hab ich wie ein Greis regunglos auf dem Balkon gehockt, eine Decke über’m Schoß, und mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Irgendwie sind Krankenhäuser voll gruselig, ich weiß auch nicht, aber ich fühl mich hier unwohl, obwohl die Schwestern sich echt kümmern und der Doktor auch einen sympathischen Eindruck macht. Appropo, ich konnte vorhin kurz mit ihm sprechen. Er meinte bei meiner OP wäre alles reibungslos verlaufen, die Stirnhöhle sei wieder frei und die Nas*ens*cheid*ewand gerichtet. In der Stirnhöhle befand sich übrigens doch zum größten Teil Sekret und nur ganz wenig Gewebe. Morgen früh um elf ist das erste was er macht, mir und meinem Leidensgefährten die Ta*pona*gen zu entfernen. Ich habe ganz ehrlich ziemliche Angst davor, da mir, so lange ich auch überlege, keine Methode einfällt die Tam*pona*ge, die inzwischen ja fest von innen mit meienr wunden Nas*e verwachsen ist, schmerzfrei zu entfernen. Ich hoffe dem Dok fällt da etwas ein.

Eben gerade habe ich noch eine ganz fantastische Entdeckung gemacht. Bisher hat mir Kerem immer Kühlakkus für meinen Kopf mitgebracht, wenn er sich welche geholt hat. Eben bin ich einmal selbst gegangen und habe festgestellt, dass es in dem gleichen Kühlschrank auch gratis Eis gibt. KleineBecher mit Vaniilieeis. Ich steh auf Eis! Meine Mission für die Nacht lautet also so viel Eis wie möglich zu essen. Immerhin habe ich die ersten anderthalb Tage nicht von dem Eis gewusst, weild die Schwestern mir diese Information wahrscheinlich absichtlich vorenthalten haben. Die Menge die ich in der Zeit geschafft hätte muss ich also mindestens nachholen. Die Becher sind nur etwa doppelt so groß wie Fruchtzwerge-Becher. So zehn bis fünfzehn Becher sollte ich also locker schaffen.

Tag 3

08:00 Uhr

Ehrlichleit ist grundsätzlich eines der höchsten Güter. Ich bemühe mich stets andern Menschen gegenüber aufrichitg zu sein und erwarte dies auch von meinen Mitmenschen. Aber es gibt Momente, in denen möchte man die Wahrheit einfach nicht hören. Ich meine diese Art von Momenten in denen die Wahrheit so offensichtlich ist, dass man lieber eine charmante Lüge hören würde als doch tatsächlich mit der unvermeidbaren Wahrheit konfrontiert zu werden.

Der Dok meinte gestern, wenn er heute kommen würde um die Tam*ponage zu entfernen, wäre das links und rechts ein kleiner Ruck und alles wäre vorbei, von Schmerzen hat der Mann nichts gesagt. Nun bin ich ja aber nicht auf den Kopf gefallen (auch wenn ich im Moment so aussehe haha, was für’n Brüller…) und kann mir schon vorstellen wie es sich anfühlen muss, wenn mir zwei Schwestern den Kopf festhalten, ein kräftiges Doktorenbein sich an meinem Bett und eine kräftige Doktorenhand sich an meinem Kopf abstützen und die verbleibende Doktorenhand, die kräftigere von beiden, mit großem Ruck die, inzwischen fest mit meinem Körper verwachsenen Ta*mp*on*agen aus meinen zarten Nas*enlöchern zieht. Doch zurück zum Thema Ehrlichkeit. Gerade eben war eine eigentlich ganz netteSchwester bei uns im Zimmer und brachte uns schon mal Schmerztabletten für das bevorstehende Ereignis. Sie meinte es tut nur kurz weh, in dieser kurzen Zeit aber „unheimlich“ dann sagte sie glaube ich noch etwas von dem schlimmsten Schmerz der Hölle auf Erden gefolgt von dem guten alten Quentin Tarantino Zitat:“Tut weh, wie ein abgerissener Schwanz“. Wobei ich bei den beiden letzten Aussagen gar nicht so sicher bin ob die wirklich von ihr, oder aus meiner Phantasie stammen… Jedenfall hat die gute Frau auch ein Schüssel mitgebracht in der ich das ganze Blut auffangen kann, dass ich verlieren werde und auch der Fakt, dass ich noch eine Kanüle in der Hand stecken habe, damit bei drohender Ohnmacht schnell reagiert werden kann, trägt nicht wirklich zu meiner Beruhigung bei.

Eine ganz große Enttäuschung habe ich auch noch erlebt. Ich habe gestern Abend lediglich fünf Becher von dem gratis Eis geschafft. Mal achtzig Gramm, habe ich nur lächerliche 400 Gramm Eis gegessen… Ich bin schwer enttäuscht ob meiner eigenen Leistung. Jeder drei jährige hätte mehr geschafft, aber wenn nach*her erstmal die T*amp*ona*gen raus sind, kann ich sicherlich zu wahrer Höchstform auflaufen.

So, ich werde jetzt mal gucken was das morgentlichen Unterschichten-TV zu bieten hat, während ich auf das Frühstück warte, und wenn ich mich das nächste mal melde sollte ich eigentlich schon etwas besser aussehen.

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15:45Uhr

Der Dok kam natürlich nicht um elf, sondern erst um zwölf. Ich hatte also genügend Zeit meine Angst voll zu entwicklen und noch eine ganze Weile Freude an ihr. Zum Glück stimmte die Höllenschmerztheorie der Schwester nicht. Die „alles-ist-rosa-und-glitzert-Theorie“ vom Dok aber leider auch nicht. Der gute Mann war ziemlich kurz angebunden, meinte ich soll nicht solche Angst haben und drückte mir eine von diesem klassischen Pappschälchen in die Hand die man aus diversen Ärzteserien kennt. Und dann ging es auch schon los. Die in meinen beiden Nas*enlöchern befindlichen Tam*pon*ag*en waren über einen Faden außen vor meiner Nas*e zusammengebunden, sodas der Dok quasi nur an diesem Stück Faden anfassen und kräftig zu ziehen brauchte. Mit einem wiederlich schmatzenden Geräusch verabschiedeten sich die beiden Tam*pon*s aus meinen Nas*enlöchern. Die kleinen Biester waren wesentlich länger als ich vermutet hatte, aber zu meinem großen Erstaunen hielt sich meine Nachblutung in Grenzen. Ganz anders bei Kerem. Dadurch da seine Nas*e früher schon einmal gebrochen war, sah das ganze bei ihm schon wesentlich ekl*iger aus. Die ersten Stunden waren echt unangenehm, aber nachdem ich jetz mehrmals vorichtig mit warm Wasser den Nas*eneingang geputze habe, geht es mir jetzt schon entschieden besser. Ein großer Nachteil der nun wieder freien Nas*e ist mein zurückgewonnener Geruchssinn. Die Salbe, mit der ich jetzt meine Nas*e von Innen bestreichen muss stinkt nämlich gar wiederlich. Und auch wenn ich an das Abendbrot denke, hab ich schon überlegt mir die Pfropfen vielleicht einfach wieder reinzustecken.

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Nachdem es den ganzen Vormittg geregnet hat, scheint nun endlich wieder die Sonne und da auch meine Schmerzen in der Nas*e zur Zeit freundlicher Weise sehr zurückhaltend sind, werde ich jetzt endlich mal ein wenig in meine Bücher gucken. Ich habe bis Montag noch verdammt viel aufzuholen und hoffe ich schaffe das alles.

Tag 4

10:17 Uhr

Ich habe es so gut wie überstanden, heute darf ich endlich nach Hause. Meine Nas*e ist nach wie vor wund und tut weh, aber das ist wohl normal und wird auch noch ein wenig so bleiben, ist ja schießlich ein sehr empfindliches Organ, diese Nas*e. Nach*her wird meine Nas*e noch einmal gespült und wenn alles gut verläuft, war es das fürs erste. Das Spülen klingt aber irgendwie nochmal ek*lig. Angeblich haben die hier so kleine Alu-Nas*enduschen die, in die Nas*e gesteckt, in alle Richtungen sprühen. Hoffentlich kitzelt das nicht, Niesen wäre im Moment echt das aller Letzte was ich gebrauchen könnte. Ansonsten gibt es nicht viel Neues, woher auch, wenn ich den ganzen Tag nur rumliege. Meine Eisstatistik hat sich inzwischen auf neun Becher erhöht. Ich guck noch ein wenig O.C. auf Pro7 bis der Dok zur Spülung und Endabnahme kommt.

Bis bald und danke an alle die mich mit SMS und Anrufen bei Laune gehalten haben.

eric

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Eric on April 17th 2008 in Allgemein