Jedes Ende soll ein Anfang sein
Dass drei Jahre schnell vergehen könnten, hätte ich vor drei Jahren nie geglaubt. Und nun schaut mich an. Gestern gerade Abitur gemacht und heute schon das Studium abgeschlossen. Wieder ein Häckchen hinter einem Lebensabschnitt. Es war ein sehr schöner Abschnitt mit vielen Menschen die mich ein Stück begeleitet haben auf meinem Weg und einigen wenigen die auch weiterhin mitkommen. Ich habe viel studiert, viel gearbeitet, viel gefeiert und geschlafen, Geld verdient und wieder ausgegeben und jede Menge Erinnerungen gesammelt von denen ich später mal meinen Enkelkindern erzählen werde (mir doch egal ob sie es hören wollen oder nicht).
Mit meiner Nachklausur von letzter Woche habe ich nun auch die letzte Hürde des Studiums genommen und die mündliche Abschlussprüfung sollte nur noch Formsache sein. Mit dem Sommer endet nicht nur mein Studium in Mannheim, sondern auch meine Zeit in Bonn im Dienst des gelben Großkonzerns. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Letzteres, weil mir die Deutsche Post als Arbeitgeber und insbesondere die vielen Kollegen inzwischen ans Herz gewachsen sind und natürlich die Frage bleibt was wäre wenn ich hier bleiben würde. Das lachende Auge überwiegt allerdings. Zum einen, weil ich mit Bonn als Stadt und Wohnsitz nie so wirklich warm geworden bin (auch wenn wir unsere schönen Momente hatten) zum anderen, weil ich neugierig bin auf die Hauptstadt, mich freue auf den neuen Job und die Nähe zu der, die mir am liebsten ist.
Die letzten Tage und Wochen waren geprägt von jeder Menge organisatorischen Tätigkeiten. Wohnungen mussten gekündigt bzw. mit Nachmietern bestückt werden, ein Arbeitsvertrag unterschrieben andere Verträge gekündigt werden. Und ganz langsam arbeite ich auf meinen Aus- und Umzug hin. Meine zwei Lieblingsinternetseiten sind zur Zeit immobilienscout24.de und mobile.de. Ich suche nach einer Immobilie in Form einer Ein- bis Zweiraumwohnung in Berlin (bevorzugt Dachgeschoß oder zumindest viele große Fenster) und etwas mobilem in Form eines unvernünftig unpraktischen schwarzen Zweisitzers mit Lederausstattung. Zweiteres eilt jetzt nicht so wahnsinnig und wird wohl eh erst im Frühjahr nächsten Jahres realisierbar werden und das mit der Wohnung sollte in Berlin eigentlich kein Problem werden.
In Berlin werde ich mich in den kommenden Jahren der Arbeit in der Bundesdruckerei GmbH widmen. Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren durfte ich mich letzten Monat über ein lukratives Angebot mit vielversprechenden Perspektiven freuen. Und nein, ich komme jetzt nicht immer mit schwarz verschmierten Fingern von der Arbeit! Ich werde in der Bundesdruckerei genauso wenig Geld drucken wie ich bei der Post Briefe ausgetragen habe. Natürlich druckt die Bundesdruckerei Geld, allerdings ist das nur eines von vielen Geschäftsfeldern und Bereiche wie sichere Identitätssysteme oder die Zertifizierung von Webseiten werden wohl eher zu meinem Tätigkeitsfeld gehören. Ich bin jedenfalls davon überzeugt mit der Bundesdruckerei die richtige Wahl getroffen zu haben und freue mich auf eine interessante Zeit, viele spannende Aufgaben und nette Kollegen.
Meinen Geburtstag in zwei Wochen werde ich in meiner Heimatstadt am Meer verbringen. Dann werde ich 23. An meinen 20ten Geburtstag vor drei Jahren kann ich mich noch gut erinnern und wenn man bedenkt was in der Zwischenzeit alles passiert ist, ist das schon irgendwie komisch. Aber irgendwie auch gut.
Eric on Juli 29th 2010 in Allgemein



